Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Diözesancaritasverbandes, Claudia Kokott, begrüßt die Delegiertenversammlung.Fotos: Andreas Schuppert
Der Deutsche Caritasverband e.V. (DCV) sieht in der Verteidigung der demokratischen Ordnung das Fundament für sein sozialpolitisches Engagement. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, zu der vom 13. bis 15. Oktober (Dienstag bis Donnerstag) 200 Vertreter von Diözesan- und Ortscaritasverbänden, Caritas-Fachverbänden, Vereinigungen, Orden und großen Trägern aus ganz Deutschland in Dresden zusammengekommen sind, bekennt sich die Caritas zu ihrer politischen Verantwortung angesichts der extremistischen Bedrohung der Demokratie. "Wir sind als größter Wohlfahrtsverband gefordert, politisch Flagge zu zeigen. Demokratie ist nicht das Sahnehäubchen, für das wir uns dann einsetzen, wenn die Grundbedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten befriedigt sind. Demokratie ist das Fundament", so Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa in ihrer Grundsatzrede.
Conrad Clemens, Sächsischer Staatsminister für Kultus des Freistaates Sachsen, hat den größten deutschen Wohlfahrtsverband in diesem Selbstverständnis bestärkt und auf seine unverzichtbare Rolle für eine solidarische Gesellschaft hingewiesen: "Die Caritas ist gelebte Verantwortung - in den Städten und Gemeinden, in den Einrichtungen und ganz konkret im Leben von Familien. Die Caritas verbindet ein klares eigenes Profil und Offenheit für alle. Mit ihrer Integrationskraft und ihrem Fokus auf Freiheit und Mitgestaltung bietet sie insbesondere vielen Kindern und Jugendlichen Raum zur Entfaltung und ist zugleich eine wichtige Stütze unserer Demokratie."
Ehrenamt wird zunehmende Herausforderung
Dr. Siri Hummel, Direktorin des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft, wies am Donnerstag in einem Impulsvortrag auf das notwendige Zusammenwirken von hauptamtlichem und ehrenamtlichem Engagement hin. "Der demographische Wandel fordert das freiwillige Engagement von Jung und Alt neu heraus. Es braucht unabdingbar einen organisationalen Rahmen, der mit seinen hauptamtlichen Strukturen einen Möglichkeitsraum bietet - mit einem niedrigschwelligen Zugang für alle, die mit ihren Kompetenzen und ihrer Zeit Mitverantwortung für das gelingende Miteinander übernehmen wollen. Ehrenamt sorgt für die gesellschaftliche Verankerung."
Aus den Händen von Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa erhält Peter Rauscher das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbandes.
Der Deutsche Caritasverband macht sich seit Jahren für eine Aufwertung des gesellschaftlichen Engagements von jungen Menschen gerade auch in den Jugendfreiwilligendiensten stark. In der aktuellen Diskussion um einen neuen Gesellschaftsdienst fordert er, für alle Freiwilligendienste attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, insbesondere durch einen Rechtsanspruch auf Refinanzierung aller Freiwilligendienstplätze.
Angebote der Caritas wichtiger denn je
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für das Bistum Dresden-Meißen, Claudia Kokott, begrüßte die Dielegiertenversammlung im Internationalen Congresscenter Dresden. Am Dienstagabend hat der emeritierte Bischof von Dresden-Meißen Heinrich Timmerevers mit den Caritas-Delegierten in der Dresdner Hofkirche einen festlichen Gottesdienst gefeiert, der ganz im Zeichen des Generationenthemas der Jahreskampagne stand. Peter Rauscher, Vorsitzender des Caritasrates im Bistums Dresden erhielt beim Abend der Begegnung mit den Delegierten das Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes in Gold für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Am Donnerstagmorgen sind die Delegierten zu einem ökumenischen Wortgottesdienst unter Leitung des Dresdner Caritasrektors Domkapitualar Ulrich Dombrowsky und Martin Engelhardt, Pfarrer an der Frauenkirche in deren Unterkirche zusammengekommen.
Für die Delegierten unvergesslich: Ökumenische Andacht in der Krypta der Frauenkirche.
"Der Deutsche Caritasverband lässt sich von den Transformationsherausforderungen nicht bange machen. Mitten in den digitalen, demographischen und demokratischen Herausforderungen unserer Zeit sind die Angebote der Caritas wichtiger denn je. In näher rückenden Kriegen und Krisen sind wir international und national gefordert‚ Weberinnen der Hoffnung‘ zu sein, so Eva Welskop-Deffaa, die vor ihrem Ausscheiden zum letzten Mal dabei war, zum Abschluss der 26. Delegiertenversammlung. 2027 findet die Tagung im Bistum Essen statt.
Der Deutsche Caritasverband ist der größte deutsche Wohlfahrtsverband und engagiert sich seit über 125 Jahren für Menschen in Not. Mit bundesweit 770.000 Mitarbeitenden, über 500.000 ehrenamtlich Engagierten und rund 25.000 Einrichtungen und Diensten unterstützt die Caritas jährlich rund 13 Millionen Menschen. Von der Kinder- und Jugendhilfe über die Pflege älterer Menschen bis hin zur Begleitung von Menschen in Krisensituationen setzt sich die Caritas für ein solidarisches Miteinander und die Stärkung des Sozialstaats ein. Sie ist mit ihrem Hilfswerk Caritas international weltweit mit mehr als 600 Projekten in 77 Ländern aktiv.
Presse Deutscher Caritasverband/as
Übergabe der Fahne der Delegiertenversammlung an den Diözesancaritasverband Essen. Dort findet 2027 die Tagung statt.