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Ob Online-Einkäufe, Abonnements oder bargeldloses Bezahlen mit dem Smartphone - ohne Konto ist eine gesellschaftliche Teilhabe kaum möglich. "Die Zeiten, in denen Bargeld dominierte, sind lange vorbei", sagt Caritas-Schuldnerberaterin Anke Schinkel.
Dabei hat in Deutschland jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt einen gesetzlichen Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto. Es soll auch Menschen mit schlechter Bonität, Wohnungslose oder Asylbewerber in die Lage versetzen, ihren Zahlungsverkehr zu regeln. Doch genau hier beobachten die Dresdner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen von AWO, Caritas und Striesen Pentacon zunehmend Probleme.
Betroffene können sich wehren
Nach ihren Erfahrungen lehnen Banken die Eröffnung von Basiskonten immer häufiger ab - etwa bei negativen SCHUFA-Einträgen, befristeten Aufenthaltstiteln oder laufenden Verbraucherinsolvenzverfahren. "Das ist ein unhaltbarer Zustand. Menschen, die offenbar wenig Gewinn versprechen werden am Schalter abgewiesen oder ihre Anträge bleiben unbearbeitet. Dagegen können sie sich aber wehren. Denn jeder hat ein Recht auf ein Girokonto", so Schinkel.
Auf Rückfrage der Dresdner Beratungsstellen rät die Verbraucherzentrale Sachsen e. V. Betroffenen, eine Beschwerde bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einzureichen. Die Aufsichtsbehörde prüft die Ablehnung und kann die Bank zur Kontoeröffnung verpflichten. In den Beratungsstellen erhalten Ratsuchende nicht nur Unterstützung bei der Durchsetzung ihres Anspruchs auf ein Basiskonto, sondern auch Hilfe bei Miet- und Energieschulden, im Umgang mit Gläubigern sowie bei der Entschuldung.
Hoher Bedarf nach Beratung
Die Nachfrage nach Schuldner- und Insolvenzberatung in Dresden bleibt ungebrochen hoch. Im Jahr 2025 nahmen mehr als 4.213 Menschen das Angebot in Anspruch, darunter 3.061 Ratsuchende erstmals. Im Jahr 2024 waren dies 4167 Personen. Insgesamt führten die Beratungsstellen 5.689 persönliche Gespräche sowie 1.211 telefonische und 1.241 Beratungen per E-Mail. Zudem wurden 1.198 Bescheinigungen für Pfändungsschutzkonten ausgestellt. Das sind 148 persönliche Gespräche mehr zum Vorjahr.
Die Schuldner- und Insolvenzberatung wird von der Landeshauptstadt Dresden und dem Freistaat Sachsen gefördert und steht allen Bürgerinnen und Bürgern kostenfrei zur Verfügung.
Kontaktdaten der Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen:
Anke Schinkel, Caritasverband für Dresden e.V., Tel. 0351 4984 715.
E-Mail: schuldnerberatung@caritas-dresden.de
Sebastian Lelanz, AWO SONNENSTEIN gemeinnützige GmbH, Tel. 0351 2729084
E-Mail: sebastian.lelanz@awo-sonnenstein.de
Susanne Reinicke, Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e.V., Telefon 0351 / 312 24 20
E-Mail: team.sb@striesen-pentacon.de
V.i.S.d.P. Sebastian Kieslich, Geschäftsführer, Caritasverband für Dresden e.V., Canalettostr. 10,
01307 Dresden, Tel.0351 4984707, www.caritas-dresden.de