Foto: Andreas Schuppert
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas, liebe Gäste auf unserer Website,
Auch wir begegnen täglich vielen Menschen. Was ist unser Empfinden? Interessenlosigkeit? Genervt sein? Das Bad in der Menge oder - wie wir es im Evangelium des Sonntags hören (Mt 9,36-10,8) - Mitleid? Wieso hat Jesus Mitleid? Nun, er sieht in Krankheit und Leiden der Menschen nicht eine Strafe Gottes, nicht eine Verurteilung als Sünder.
Leid ist Leid und muss gelindert, muss beendet werden. Jeder von uns weiß, dass es ein Leben ohne Leiden nicht gibt. Schon bei der Geburt des Kindes leidet die Mutter unter Schmerzen. Das Kind lernt unter schmerzlichen Erfahrungen, dass man dies und das besser nicht macht. Menschen fügen sich gegenseitig Schmerz und Leid zu, äußere Umstände verursachen Leid, gar nicht zu reden von Krieg oder schweren Erkrankungen.
Manchmal gebrauche ich die Wendung "Gelitten muss sein!". Das ist keine resignative Formulierung, die eine pessimistische Weltsicht ausdrückt, sondern schlicht die Erkenntnis, dass irdisches Dasein eben mit Schuld-, Leid- und Defiziterfahrungen einhergeht. Es bräuchte wohl kaum eine Caritas, wenn nicht gerade diese schmerzlichen Dinge im eigenen Leben und im Leben unserer Mitmenschen vorkämen.
Das ist der Weinberg, das ist die Ernte, für die der Herr Arbeiter und Arbeiterinnen sucht, Menschen, die wie er Mitleid empfinden, die helfen wollen, die am Leiden der anderen Anteil nehmen, ja geradezu leidenschaftlich für ihre Brüder und Schwestern eintreten.
Lassen wir uns neu dazu berufen!
Es grüßt
Pfarrer Dr. Andreas Martin
Caritasrektor
Tel. 0351/79517590, E-Mail am.ma@gmx.de
Dazu Clemens Pilar: https://www.youtube.com/watch?v=msMNzbQs68E