Die Qualität in den sächsischen Kitas muss sich weiterentwickelt und verbessert werden.DCV / KNA
Die Liga begrüßt die fachliche Weiterentwicklung des Bildungsplans ausdrücklich. Gleichzeitig macht sie auf ein zentrales Spannungsfeld aufmerksam: Für die Einführung des Bildungsplans, der in seinen Einzelheiten bislang noch unbekannt ist, müssen ab 2027 zusätzliche Ressourcen hinterlegt werden. Dies ist momentan noch nicht der Fall.
"Der neue Bildungsplan setzt wichtige Impulse für die pädagogische Arbeit in Kitas. Damit diese in der Praxis ankommen, brauchen Fachkräfte Zeit für Qualifizierung, Teamprozesse und konzeptionelle Weiterentwicklung", erklärt Dietrich Bauer, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. "Ohne diese Ressourcen droht eine Überforderung der Praxis und ein Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit."
Besserer Personalsschlüssel und mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung
Vor dem Hintergrund sinkender Kinderzahlen sieht die Liga zugleich eine konkrete politische Handlungsmöglichkeit: Die dadurch freiwerdenden Mittel im Haushalt des Kultusministeriums müssen gezielt für Qualitätsverbesserungen eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere bessere Personalschlüssel sowie ausreichend Zeit für Vor- und Nachbereitung und die Umsetzung des neuen Bildungsplans.
"Der demografische Wandel eröffnet die Chance, Qualität gezielt zu stärken. Diese Chance muss jedoch auch genutzt werden", so Bauer weiter. "Wir erwarten, dass der Freistaat im kommenden Doppelhaushalt 2027/28 die notwendigen Mittel bereitstellt, um den Bildungsplan nicht nur einzuführen, sondern auch wirksam umzusetzen."
Sinkende Kinderzahlen belasten Kommunen und Träger
Die Liga betont, dass frühkindliche Bildung eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe ist. Kindertageseinrichtungen leisten einen wesentlichen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit, sozialer Teilhabe und zur Fachkräftesicherung. Gleichzeitig stehen die bestehenden Strukturen unter Druck: Sinkende Kinderzahlen bei gleichbleibenden Fixkosten belasten Kommunen und Träger erheblich.
Vor diesem Hintergrund macht die Liga deutlich, dass der Freistaat Sachsen im Doppelhaushalt 2027/2028 seine finanzielle Verantwortung stärkt, bestehende Kita-Strukturen in Stadt und Land verlässlich absichert.
"Der Bildungsplan ist ein wichtiges Signal. Er entfaltet aber nur dann Wirkung, wenn er auch mit Zeit und Ressourcen unterlegt wird", so Bauer abschließend. "Qualität darf nicht unter Haushaltsvorbehalt stehen."
Die vollständige Positionierung der Liga der Freien Wohlfahrtspflege lesen Sie hier: Entscheidungen für die Zukunft der frühkindlichen Bildung in Sachsen
Nora Köhler, Pressesprecherin Liga Sachsen, Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V, Obere Bergstraße 1, 01445 Radebeul, Tel. 0351 8315 210, E-Mail: info@diakonie-sachsen.de
Über die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen:
Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen ist der Zusammenschluss der sieben Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt im Freistaat. Dazu gehören die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritasverbände Dresden-Meißen und Görlitz, die Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Paritätische sowie der Landesverband der Jüdischen Gemeinden. Mit rund 110.000 Beschäftigten und etwa 30.000 ehrenamtlich Engagierten sichern ihre Einrichtungen und Dienste wesentliche Teile der sozialen Infrastruktur - von Kitas über Pflege bis hin zu Beratungsangeboten. Der Vorsitz der Liga liegt 2026/2027 bei der Diakonie Sachsen.