Festgottesdienst zum 30-jährigen Bestehen von Schloss Seelingstädt.Fotos: Andreas Schuppert
Schon von weitem erhebt sich majestätisch das Schloss Seelingstädt bei Grimma für die Besucher. 1551 wurde das einstige Rittergut erstmals erwähnt. Das heutige Bildungshaus der Caritas gibt es seit 1996. Dankbar blickt Caritasrektor Domkapitular Ulrich Dombrowsky in seiner Predigt im Festgottesdienst zurück: "Dreißig Jahre, in denen Menschen hier gelernt, gelehrt und sich auf ihren Dienst vorbereitet haben, der weit mehr ist als ein Beruf. Es ist ein Dienst am Menschen. Ein Dienst an der Würde. Ein Dienst an der Hoffnung", sagte Dombrowsky. Der Caritasrektor hob besonders auch den Dienst der "Schwestern Jesus-Maria" und deren Gründerin Claudine Thévenet hervor.
Breites Bildungsangebot
Ob Pflegedienstleitungen, Mentoren oder Praxisanleiter für Auszubildende, Hygienebeauftragte, Qualitätsmanagementbeauftragte oder Gerontopsychatrische Fachkräfte: Auf Schloss Seelingstädt wird der Caritas-Nachwuchs für die Pflege fit gemacht. Seit der Gründung haben 38.000 Personen an Fort- und Weiterbildungen teilgenommen. Und der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften wird weiter steigen.
Für den Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen, ist das Bildungshaus in Seelingstädt ebenfalls ein wichtiger Dienst an der "Würde des Menschen". Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen oder alten Menschen: Die Caritas sei ein verlässlicher Partner im Sozialwesen, betonte Graichen beim Festakt. Aufgaben, die sonst die Kommunen übernehmen müssten. Im Bildungshaus setze die Caritas eine lange Tradition fort, zu der unter anderem die Vermittlung von christlichen Werten gehöre.
Mitarbeitende müssen gefördert werden
Der Bürgermeister von Trebsen, Stefan Müller,würdigte vor allem die Qualität der Einrichtung. Er hat hier selbst Fortbildungen besucht. Gute Pflege gehe nicht ohne Fort- und Weiterbildung. Für die Kursteilnehmer komme es aber nicht nur auf Wissensvermittlung, sondern auch auf die "gute Atmosphäre" an, wie sie in Seelingstädt herrsche. Das lasse viele Menschen dankbar zurückblicken.
Prof. em. Dr. Norbert Clemens Baumgart: Die Würde des Menschen ist in der Bibel grundgelegt.
Für den Erfurter emeritierten Theologieprofessor Dr. Norbert Clemens Baumgart ist die Würde des Menschen schon im Alten oder, wie er sagte, im Ersten Testament grundgelegt. Der Psalm 8 stelle die Frage "Was ist der Mensch?" - nur wenig geringer als Gott, heißt es da, mit Würde und Hoheit gekrönt. "Die Würde des Menschen ist etwas Königliches. Der Mensch muss seine Würde nicht erkämpfen. Wenn Gott an mich denkt, bin ich immer gekrönt", sagte Baumgart in seinem Festvortrag. Über gute Personalführung sprach der Unternehmensethiker Dr. Martin Lampert. Es gelte, Mitarbeiter zu fördern und Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. Dies garantiere verlässliche Arbeitsbeziehungen und letztlich den Erfolg. Wertschätzung bedeute weniger Stress, höhere Leistungsbereitschaft und bessere Kommunikation, so Lampert.
Ein Dankeschön zum Juiläum. Von links: Sylke Reiche, Tina Kaps, Thea Petzold, Claudia Kokott und Veit Kokott.
Claudia Kokott, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für das Bistum Dresden-Meißen, in dessen Trägerschaft sich das Bildungshaus befindet, und der Leiter der Abteilung Trägerschaften, Veit Kokott, bedankten sich bei den "guten Geistern" von Schloss Seelingstädt: Tagungsmanagerin Tina Kaps, die Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft Sylke Reiche und Thea Petzold, die seit vielen Jahren ehrenamtlich die Einrichtung mit "Herz und Verlässlichkeit" unterstützt. "Ein Jubiläum ist nicht nur Rückblick, sondern auch Ausblick. Die Aufgaben verändern sich - aber die Bedeutung von Bildung, Menschlichkeit und Zusammenarbeit bleibt", betonte Claudia Kokott.
Grußworte kamen auch von Thomas Klomhuß, dem Leiter des benachbarten Altenpflegeheim Claudine Thévenet, und Sascha Kühnau, der die Kurse in Seelingstädt mit begleitet. Ein Jubiläumsglückwunsch in Versen überbrachte der Pflegedienstleiter des Altenpflegeheimes St. Anna in Annaberg-Buchholz Daniel Otto. (as)