Pater Clemens Maaß SJFoto: Katholische Akademie
Pater Maaß war von 2010 bis 2016 Mitglied des Stiftungsrates der Caritas-Stiftung im Bistum Dresden-Meißen. "Mit seiner smphatischen und herzlichen Art inspirierte er gerade in der Gründungsphase der Stiftung mit guten Ideen und Hinweisen", würdigt Stiftungsdirektor Andreas Schuppert den Verstorbenen. "Damit brachte er das kleine Pflänzchen unser Stiftung mit zum Blühen. Für diesen ehrenamtlichen Dienst sind wir ihm sehr dankbar und werden uns gern an ihn erinnern."
Clemens Maaß wurde 1963 im hessischen Viernheim geboren und studierte nach dem Abitur in Mainz und in Tübingen katholische Theologie, unter anderem bei Kardinal Walter Kasper. 1991 trat er der Societas Jesu (SJ), dem Jesuitenorden, bei und wurde 1997 in Frankfurt am Main zum Priester geweiht.
In der Kölner Zentrale des Jesuitenordens war Clemens Maaß einige Jahre Büroleiter des Provinzials, bevor er - nach kurzem Aufenthalt in Wien - im Mai 2005 als Geistlicher Rektor der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen in die sächsische Landeshauptstadt berufen wurde. Der Jesuit wollte bewusst in eine Region Deutschlands, die von der christlichen Minderheit geprägt war. Denn die Fragen von Sinnsuchenden interessierten ihn; sie wollte Clemens Maaß geistig und geistlich abholen, ihnen als Mensch begegnen und ihren Themen Raum geben. Seine auf das Gegenüber zugewandte Art und sein bescheidener Stil, Verantwortung zu übernehmen, wussten seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ebenso wie die Kolleg*innen im Bistum und die Kooperationspartner*innen in den Akademie-Foren in Dresden und Leipzig zu schätzen.
2007 berief ihn Bischof Joachim Reinelt zum Direktor der Katholischen Akademie, die Clemens Maaß bis zum Sommer 2016 leitete. Seiner geistigen Weite ist die Vielfalt und Intellektualität des Bildungsprogramms zu verdanken. Nach den Jahren des Aufbaus als christlich geprägter Debattenort in Sachsen verstetigte er die Präsenz der Akademie in den Universitätsstädten des Freistaats.
Clemens Maaß lebte als Akademiedirektor Synodalität, bevor sie weltkirchlich an Bedeutung zunahm. In einer demütigen Art nahm er sich stets zurück und hörte zu, wusste aber in wesentlichen Momenten um das passende Wort und die notwendige Entscheidung. Aus seiner ignatianischen Prägung heraus hat er die Forderung von Papst Franziskus, an die Ränder zu gehen und sich einzumischen, ernst genommen und gelebt.
Kirche in der Diaspora in einem säkular geprägten gesellschaftlichen Rahmen der östlichen Bistümer, das sah er für sich als Herausforderung als Christ und auch faszinierende Erfahrung, nach seiner Prägung durch Volkskirche und ihren Selbstverständlichkeiten in den Bistümern Mainz und Köln. So war die Auflösung der Leipziger Jesuitenkommunität im Herbst 2019, die über 70 Jahren in der Stadt verortet war und unter seiner Leitung vorgenommen werden musste, und der damit verbundene Abschied aus dem Osten, ein für ihn schwerer Schritt, den er jedoch vor dem Hintergrund der ordensinternen Personalsituation einzuordnen wusste. Bereits hier wusste er auch um seine unheilbare Erkrankung.
Wir verlieren einen wertvollen und hoch geschätzten Menschen. Als Christ*innen vertrauen wir auf die Auferstehung und bitten, im Gebet seiner zu gedenken.
Requiescat in pace!
Für das Team der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Dr. Thomas Arnold, Direktor
Für die Caritas-Stiftung, Vorstand und Stiftungsrat
Die Katholische Akademie im Bistum lädt am 8. März, 18 Uhr, in die Dresdner Hofkirche zu einem Gottesdienst mit Bischof Heinrich Timmerevers ein, um gemeinsam P. Clemens Maaß zu gedenken.
Termin und Ort der Trauerfeierlichkeiten für Pater Maaß werden durch den Jesuitenorden noch bekanntgegeben.