Schulleiter Dr. Bertin Rautenberg: Die Zeiten haben sich verändert.Fotos: Andreas Schuppert
Die Erleichterung ist ihnen anzusehen. Und doch fließen am Ende ein paar Tränen - ein Zeichen, wie schwer ihnen der Abschied nach zwei, drei oder gar fünf Jahren Ausbildung fällt. 22 Erzieher und 25 Sozialassistenten erhalten ihre Abschlusszeugnisse im sommerlichen Ambiente des Bildungsgutes Schmochtitz Sankt Benno. Bereits einen Tag zuvor haben sie ihren traditionellen Schuljahres-Abschlussgottesdienst gefeiert.
"Was für ein Tag!" sagt Mechthild Gatter, Abteilungsleiterin Fachberatung und Sozialpolitik im Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen, in ihrem Grußwort. Eine Mischung aus "Freude und Erleichterung, aber auch Wehmut, dass es vorbei ist und dass man von Weggefährten Abschied nehmen muss." Mechthild Gatter rief die Absolventen dazu auf, ihren begonnenen Weg weiterzugehen: "Ich möchte Sie ermutigen, zu Ihrer Leidenschaft für Ihren Beruf zu stehen, sich ein offenes Herz zu behalten. Schaffen Sie Räume für Geborgenheit, Entfaltung und Entwicklung."
Es ist geschafft: Zeugnisübergabe in Schmochtitz.
Schwierigkeiten gemeinsam überwunden
Genau das wollen Jasmin Wilhelm aus Weißenberg und Theresia Jung aus Schirgiswalde, die fünf Jahre am Caritas-Schulzentrum verbracht haben - erst Sozialassistentinnen, dann Erzieherinnen geworden sind. Als Jasmin fünf Jahre alt war, hat sie als Wunsch ins Freundschaftsbuch geschrieben, dass sie gern in der Kita bleiben würde. "So ist es auch gekommen", erzählt sie scherzhaft. "Die Arbeit mit Kindern hat mir immer Spaß gemacht, wir haben auch in der Familie viele Kinder", sagt Jasmin und freut sich auf ihre Arbeit in einer Einrichtung des eingliedernden Wohnens für Menschen mit Behinderung. Berufsbegleitend will sie Soziale Arbeit studieren.
Brennen leidenschaftlich für den Erzieherberuf: Theresia Jung (links) und Jasmin Wllhelm.
Theresia Jung wusste auch schon ziemlich zeitig, dass sie Erzieherin werden will. "Als wir in der vierten Klasse uns selbst in Berufen malen sollten, habe ich mich als Erzieherin gemalt", erinnert sie sich. Was ihr am Erzieherberuf gefällt, ist, dass man sehr flexibel sein kann. "In der Kita, in der Arbeit mit Jugendlichen, in der Schule - Erzieher sind vielseitig einsetzbar." Sie selbst wird künftig in der Krippe im Katholischen Kinderhaus Bautzen arbeiten.
Nicht immer lief alles glatt. Aber Schwierigkeiten und Durststrecken haben die Schüler im Team überwunden. "Die Ausbildung war alles, nur nicht langweilig", heißt es im Rückblick der Klassenvertreter. Es gab persönliche Probleme, Konflikte, die Erfahrung, dass Menschen, die betreut werden müssen, sich nicht immer nach Lehrbüchern richten, und dass es zusammen am besten geht. Ob Gottesdienste, Sportfeste, Begegnungstage oder der ganz normale Schulalltag - die Schülerinnen und Schüler sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen.
Die Zukunft eröffnet Chancen
Schulleiter Dr. Bertin Rautenberg zeigt sich begeistert von seinen Absolventen und würdigt ihre Leistungen: in der Schule, in den Praktika, aber auch im außerschulischen Engagement. Auch wenn die Zukunft manchmal "nicht sehr rosig" aussehe, berge sie vor allem Chancen für die, die sie annehmen und gestalten wollen. Die Zeit verändere sich und die Umstände heute sind nicht mehr die von gestern. Darauf müsse man sich auch in der Berufswahl einstellen. Für das Caritas-Schulzentrum geht es auch im neuen Schuljahr weiter: Jeweils 20 Schüler haben sich für die Sozialassistenten- und für die Erzieherausbildung angemeldet.
31 Jahre im Dienst des Caritas-Schulzentrums: Mechthild Gatter (links) überreicht Henriette Henke das Silberne Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes.
Am Ende hat es noch eine Überraschung gegeben: Aus den Händen von Mechthild Gatter erhält Schulsekretärin Henriette Henke das Silberne Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes. "Frau Henke zählt seit 31 Jahren zum Urgestein der Mitarbeiterschaft des Caritas-Schulzentrums in Bautzen. Mit großem Engagement und Treue hat sie sich all die Jahre in den Dienst der Schule und des schuleigenen Wohnheims gestellt", heißt es in der Begründung zur Ehrung. Am 1. Januar 2027 geht Henriette Henke in den Ruhestand. (as)