Bischof Heinrich begrüßte jeden seiner Gäste.Fotos: Andreas Schuppert
Sie kommen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. Sie haben oft furchtbare Erlebnisse hinter sich, ob im Krieg oder auf der Flucht. In Deutschland werden sie unter anderem von Ehrenamtlichen der Caritas betreut, aber auch Gläubige aus den katholischen Pfarrgemeinden kümmern sich um Flüchtlinge, indem sie zum Beispiel Patenschaften übernehmen. Bischof Heinrich Timmerevers hat am 17. Januar Geflüchtete und Ehrenamtliche zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen - um über die Arbeit zu sprechen, aber auch um eine Möglichkeit der Begegnung zu schaffen.
Der Bischof würdigte besonders das ehrenamtliche Engagement. Ohne die Helfer wäre es nicht möglich gewesen, so viele Flüchtlinge aufzunehmen und sie zu betreuen. Im Bistum Dresden-Meißen engagieren sich etwa 800 Frauen und Männer als ehrenamtliche Flüchtlingshelfer.
Birgit Krenzke aus Freital kümmert sich um eine Familie aus Eritrea.
Eine von ihnen ist Birgit Krenzke aus Freital, die die Patenschaft für eine Familie aus Eritrea übernommen hat. Ihre persönliche Antwort auf die ausländerfeindlichen Kravalle 2015 in der Stadt, wie sie sagt. Seit dieser Zeit habe sie viel gelernt. "Zum Beispiel, dass man Behördensprache in verständliche Sprache übersetzen muss, oder dass es in Deutschland durchaus nicht selbstverständlich ist, eine Geburtsurkunde zu bekommen." Auch Anfeindungen blieben nicht aus. Birgit Krenzke lässt sich davon nicht beirren. "Wichtig ist es, etwas zu tun."
Die Schicksale der Geflüchteten sind bewegend. Basel Alsalek ist 2015 mit seinem kleinen Bruder vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflüchtet. Die 16-jährige Schwester ist noch dort, weil sie unter anderem durch weitere Bombenangriffe an der Flucht gehindert wird. Inzwischen ist sie durch einen Splitter verletzt worden, funktionierende Krankenhäuser gibt es im Land kaum noch.
Basel Alsalek aus Syrien erzählt die bewegende Geschichte seiner Schwester.
Ins Gespräch kommen und sich anrühren lassen. "Dann geht man mit der gegenwärtigen Situation und den Zuzug von Flüchtlingen ganz anders um", ist Bischof Timmerevers überzeugt. Wer sich in der Flüchtlingshilfe engagieren will, wird unter anderem von der Caritas unterstützt. "Es sind vor allem rechtliche Probleme zu beachten", sagt Mechthild Gatter vom Diözesancaritasverband. Zur Orientierung habe die Caritas zwei Broschüren herausgegeben, die insbesondere Pfarrgemeinden beim Umgang mit Geflüchteten helfen sollen.
Andreas Schuppert