"Als Sucht wird ein begierig-dranghaftes, exzessives Verhalten bezeichnet, über das der Betroffene weitgehend die Kontrolle verloren hat. Am Anfang der Entwicklung einer Suchterkrankung steht häufig die beglückende oder berauschende Erfahrung, die alltäglichen Mühen hinter sich zu lassen; dies kann durch Konsum psychotroper Substanzen erreicht werden, mitunter aber auch, indem sich ein Mensch leidenschaftlich und exzessiv einer Tätigkeit hingibt. Anthrophologisch gesehen äußert sich in der Sucht das Bestreben, aus einer unerträglich erscheinenden Realität in eine Betäubung zu flüchten. Hierbei kann es sich um Schmerzen oder Schlaflosigkeit, wirtschaftliche Sorgen oder andere Belastungen handeln; häufiger aber sind es "innere" Gründe wie anhaltende Versagungen und Ambivalenzkonflikte, die betäubt werden sollen, weiterhin Einsamkeit und Sinnentleerung des Lebens."
(Tölle, R. (2014): Psychiatrie, Springer-Verlag Berlin, S. 139)
Sucht bzw. Abhängigkeit sind nicht nur eine Ursache, sondern Ergebnis des Zusammenspiels vieler Faktoren. So spielen z.B. gesellschaftliche Wandlungsprozesse, die wiederum Auswirkungen auf die jeweilig gültigen Sitten haben, eine Rolle.
Ziel:
Den Teilnehmern werden Basiskompetenzen vermittelt, um im Rahmen ihrer Arbeit Suchterkrankungen leichter zu erkennen, mit Betroffenen angemessen sowie empathisch umgehen und sich mit den Möglichkeiten sowie Grenzen ihrer Rolle auseinandersetzen zu können.
Zielgruppe
Mitarbeitende in Pflege und Betreuung, Interessierte
Max. Teilnehmerzahl
20
Kosten
199,00 €
(inkl. Arbeitsunterlagen und Verpflegung)