Nathalie FrankeFotos: Andreas Schuppert
Sie sind neugierig auf das Jahr, das vor ihnen liegt, auf die Treffen mit den anderen und was das Leben sonst so bringt. Fast 70 Freiwilligendienstleistende haben Anfang September bei der Caritas im Bistum Dresden-Meißen und ihren Einrichtungen angefangen. Für manche war es kein leichter Schritt, andere sind erstmal froh, nicht mehr die Schulbank zu drücken.
Eine von ihnen ist Nathalie Franke aus Pirna. Die 18-jährige arbeitet im St. Joseph-Stift in Dresden auf der Entbindungsstation. Eine Stelle, die sie sich ganz bewusst ausgesucht hat, denn sie würde später gern Hebamme werden. Nach der Schule wollte sie aber erstmal was Praktisches machen, sagt sie. "Aber nicht irgendwas, sondern was Sinnvolles, was mir hilft und anderen hilft." Besonders gefällt ihr der Umgang der Mitarbeiter untereinander und die Arbeit mit den Patienten. "Ich könnte auf Dauer zum Beispiel nicht im Büro sein. Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten", sagt Nathalie. Soziale Berufe bräuchten in der Gesellschaft viel mehr Anerkennung, ist sie überzeugt.
Constantin Dau
Constantin Dau (21) ist aus Münster nach Leipzig gezogen und macht sein freiwilliges Jahr im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Leipzig-Grünau. Mit seiner Größe und dem Iroskesenschnitt fällt er auf unter den anderen. Constantin will unabhängig sein, selbstbestimmt, seinen eigenen Weg finden. Dazu hat er im Freiwilligenjahr beste Gelegenheiten. Im Familienzentrum kann er mit den Jugendlichen, die die Einrichtung besuchen, seiner Kreativität freien Lauf lassen. Es gibt einen Bauspielplatz, eine Fahrradwerkstatt, man kann sich mit Holz und Metall ausprobieren und vieles mehr. "Die Arbeit ist wirklich vielseitig und abwechslungsreich, das würde ich später vielleicht gern weitermachen", sagt Constantin. Dass er so weit von zu Hause weg ist, stört ihn nicht, zumal er auch Verwandte in der Nähe hat. "In der Einrichtung und in den Seminaren lernt man auch neue Leute kennen."
Isabel Gorges
Vielseitig ist auch die Einsatzstelle vom Isabel Gorges (19) aus Chemnitz. Sie arbeitet zur Hälfte im Winfriedhaus Schmiedeberg, zur Hälfte in der Kinder- und Jugenseelsorge des Bischöflichen Ordinariates. Isabel ist auf der Suche, will sich ausprobieren und ist "überhaupt noch nicht festgelegt", wie sie sagt. "Ich bin an vielen Sachen interessiert." Besonders ist sie auch auf die Bildungsseminare gespannt, die gerade begonnen haben und die die Freiwilligen zum Teil selbst gestalten können. "Dadurch gibt es Themen, die uns wirklich interessieren", meint Isabell.
Bei aller Verschiedenheit haben alle drei eins gemeinsam: Sie machen sich auf den Weg, wollen Menschen nah sein, nicht nur um ihnen zu helfen, sondern auch, um ihren eigenen Weg zu finden. Die Freiwilligendienste geben die Gelegenheit dazu, sich auszuprobieren und dies auch mit anderen zu tun. Obendrein leisten sie einen der wichtigsten Dienste für die Gesellschaft. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren.
Andreas Schuppert